Resolution über die geplante Vollsperrung der A 61 zwischen dem Autobahndreieck Erfttal und der Anschlussstelle Bergheim-Süd

21. Juni 2022

Der Bürgermeister der Kreisstadt Bergheim, Volker Mießeler, hat für die Sitzung des Rates der Stadt Bergheim am 20. Juni 2022 die Tagesordnung kurzfristig erweitert. Der Rat hat folgende Resolution zur beabsichtigten Sperrung der A 61 einstimmig beschlossen. Auf Initiative des Ortsbürgermeisters von Ahe ist die besondere Problematik des Stadtteils noch einmal herausgearbeitet worden. Der Text hat folgenden Wortlaut:

„Mit der Pressemitteilung der Autobahn GmbH des Bundes vom 10. Juni 2022 wurde die Öffentlichkeit
über die geplante Betonplattensanierung und die damit verbundene Vollsperrung der A61 zwischen
dem Autobahndreieck Erfttal und der Anschlussstelle Bergheim in Fahrtrichtung Venlo informiert.
Diese erfolgte für die Kreisstadt Bergheim und die Bergheimer Bürger*innen vollkommen unerwartet.

Obwohl der Beginn der Maßnahme bereits für den 04. Juli 2022 vorgesehen ist, ist bisher noch keine Einbindung der Verkehrsanordnungsbehörde der Kreisstadt Bergheim in diesem Projekt erfolgt. Ebenso liegen hier keine Informationen darüber vor, ob und in welcher Weise die erforderliche Abstimmung mit den Straßenbaulastträgern der überörtlichen Straßen – dem Landesbetrieb Straßenbau NRW sowie Rhein-Erft-Kreis – erfolgt ist, um anordnungsfähige und abgestimmte Planunterlagen erstellen zu können, die dazu beitragen, einem drohenden Verkehrschaos entgegenzuwirken.

Diese unabgestimmte Vorgehensweise führt dazu, dass die Fachbehörden der Kreisstadt Bergheim
keine Antworten auf die zahlreichen Fragen der besorgten Bürgerinnen und Bürger, der Ortspolitik
und der Presse geben konnten.

Wie aus der Pressemitteilung zu entnehmen war, soll die Vollsperrung über die gesamte Länge von
knapp 21km erfolgen. Dieses Vorgehen würde für die Kreisstadt Bergheim sowie die anderen
umliegenden Kommunen (Erftstadt, Kerpen, Elsdorf, Bedburg) enorme Einschränkungen der
Verkehrsabläufe in den umliegenden städtischen Straßennetzen bedingen, die in dieser Form
schlicht und ergreifend nicht hinzunehmen sind. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass es durch die
geplante Verkehrsumleitung zu weiteren Konflikten mit bereits bestehenden oder fest eingeplanten
Straßen- und Kanalbaumaßnahmen auf dem Stadtgebiet der Kreisstadt Bergheim kommen wird, die
bei einer abgestimmten Vorgehensweise zu vermeiden gewesen wären.

Exemplarisch wären in diesem Zusammenhang die derzeitige und noch bis mindestens Ende Juli
andauernde Vollsperrung der L276 zwischen Bergheim-Ahe und Bergheim-Thorr sowie die ab dem
24.06.2022 geplante Sperrung zwischen Ahe und Kerpen oder die geplante Kanalsanierung der
L361 in Bergheim in der zweiten Jahreshälfte 2022 zu nennen.

Auch in den anderen genannten Kommunen gibt es zahlreiche Maßnahmen, welche von langer Hand
geplant wurden und die nicht mit einer Vollsperrung der A61 vereinbar sind.

Aus den genannten Gründen stellt sich für die Kreisstadt Bergheim die Frage, wieso in der
Abwägung der einzelnen Faktoren (Auswirkungen auf das umliegende Straßennetz, Kosten,
Bauabläufe, Arbeitssicherheit, etc.) so zu Ungunsten der Kommunen entschieden wurde.

Es ist klar, dass eine Sanierung der Autobahn erforderlich ist, aber so wie bei anderen
Straßensanierungen auch sollte unser aller Ziel eine verträgliche Verkehrsabwicklung in unserem
prosperierenden Wirtschaftsraum sein.

Leider hat die Autobahn GmbH des Bundes erst auf explizite Nachfrage der städtischen
Verkehrsabteilung am 10. Juni 2022 ein Verkehrskonzept zur Verfügung gestellt. Nach derzeitigem
Kenntnisstand liegt aktuell noch kein verbindlicher Umleitungsplan vor, der mit allen
Verkehrsabteilungen der betroffenen Kommunen abgestimmt wäre. Es ist sehr bedauerlich, dass
dies nicht vor einer Information der Öffentlichkeit über die Presse geschehen ist.

Darüber hinaus ist die Kreisstadt Bergheim der festen Überzeugung, dass die Maßnahme so, wie sie
geplant ist, nicht umgesetzt werden sollte. Es wird dringend angeregt, die möglichen Alternativen –
dies wäre aus Sicht der Kreisstadt Bergheim bestenfalls die jeweilige Sperrung nur einer Fahrspur,
mindestens jedoch die Durchführung der Maßnahme und damit Sperrung der Autobahn in 3 zeitlich
aufeinanderfolgenden Teilabschnitten – erneut zu prüfen. So könnte der Verkehr zwar nicht
störungsfrei aber wenigstens eingeschränkt über die Autobahn stattfinden und damit die
Beeinträchtigungen für die Menschen vor Ort vermindert werden.

Diese Resolution wurde der Autobahn GmbH, Direktion Rheinland, am 21. Juni 2022 übermittelt.

Ortsbürgermeister Dr. Winfried Kösters

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