Man tut nichts umsonst …
Vor rund 25 Jahren sprach mich ein 85-jähriger Bürger von Ahe an, ob ich ihm als damaliger Ortsbürgermeister einen Gefallen tun könne. Er habe in Heppendorf „eine neue Flamme“, die er regelmäßig besuche. (Ich habe noch heute sein Augenzwinkern als Bild im Kopf gespeichert.) Da er kein Auto habe, würde er zu Fuß nach Heppendorf laufen. Aber die Strecke sei zu lang und er müsse auf der Hälfte eine Pause einlegen. Ob ich nicht eine Bank setzen lasse könne. Dies konnte sogar kurzfristig erledigt werden. So steht also seitdem auf der Strecke nach Heppendorf (noch auf Bergheimer Stadtgebiet) eine Bank. Diese Geschichte hatte ich schon fast vergessen, bis ich neulich mit meiner Frau dort spazieren ging und meine Frau darum bat, eine Pause einzulegen. Wir saßen also nun erstmals auf dieser Bank, die vor rund 25 Jahren angeregt worden ist und profitierten von einer umgesetzten Bitte eines älteren Menschen. Mich hat das nachdenklich gemacht, denn als ich seinerzeit diese Bitte erfüllte, hatte ich nicht daran gedacht, dass ich selbst einmal davon profitieren würde. Sicher: Nichts Weltbewegendes. Dennoch: Alles, was man tut, kann irgendwann einem selbst zugutekommen. Als ich diese Geschichte jüngst erzählte, erhielt ich die Antwort: „Man tut nichts umsonst im Leben.“