Es ist noch nicht Silvester – und das Böllern geht schon los
Gestern Abend war ich über eine Stunde in Ahe unterwegs – auf den Spuren der Böllerei. Ich habe eine Gruppe von rund zehn Jungen, die ich auf acht bis 14 Jahre schätze, gesehen, die immer wieder krachend auf sich aufmerksam machte. Als sie mich sahen, nahmen sie Reißaus. Diese Knallkörper können derzeit wohl nur privat erworben werden. Doch wer verkauft sie – illegal?
Ein Bürger aus Ahe bestellte zum Beispiel Pakete weise derartige Produkte aus China. Das hat den Zoll und die Polizei aufmerksam gemacht, so dass hier schon einige Mengen abgezogen werden konnten.
Der deutsche Markt wird derzeit mit billigen Feuerwerksköpern aus China überflutet. Leider ist auch viel gefährlicher „Schrott“ dabei, der gerade für Kinder eine enorme Verletzungsgefahr birgt.
Nicht zuletzt aus diesem Grunde werden in Ahe, insbesondere dort, wo diese Böllerei schon spürbar ist, Flyer in alle Haushalte verteilt, die auf die rechtliche Situation aufmerksam machen, aber auch die möglichen gesundheitlichen Gefahren aufzeigen. Übrigens: Eltern, die ihre Kinder unter 12 Jahren mit Knallköpern „spielen“ lassen, können auch zur Rechenschaft gezogen werden. So ist der Abschuss bestimmter Knallkörper zum Beispiel strafrechtlich relevant.
Dieser Flyer benennt konkrete Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Ansprechpartner, an die Hinweise, Beobachtungen oder gar Fotos und Videos gesandt werden können. Polizei und Ordnungsamt werden in diesen Tagen auch ihre Präsenz verstärken. Eine Rund-um-die-Uhr-Präsenz ist nicht möglich, zumal auch andere Stadtteile in Bergheim diese Phänomene kennen.
Ob es uns gemeinsam gelingt, die Auswüchse der beiden letzten Jahre deutlich zu verringern, bleibt abzuwarten. Es liegt aber auch an uns allen. Denn es ist kaum denkbar, dass niemand diese Kinder und Jugendlichen kennt, die illegal böllern. Schließlich scheinen auch Verkäufer vor Ort zu leben. Und manche Erwachsene sind wohl auch nicht viel klüger.
Ich appelliere an alle, für ihren Raketenabschuss einen sicheren Platz zu suchen, gern auch am Rande von Ahe, darauf zu achten, dass niemand verletzt werden könnte und auch die Gefahr nicht besteht, dass ein Balkonbrand entsteht. Liebe Eltern, sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber. Danke.