Der Weg nach Mekka wird nun auch auf dem Friedhof Ahe gewiesen
Ahe ist der einzige Stadtteil von Bergheim, auf dessen Friedhof sich ein muslimisches Gräberfeld befindet. Als ich dort vor einigen Jahren mit dem zuständigen Leiter des Bauhofs war, weil ich ihm meine Gedanken zur Neugestaltung des Friedhofs vorstellte, fiel uns auf, dass die Gräber auf dem muslimischen Teil sehr unterschiedlich ausgerichtet waren. Mir war stets gesagt worden, dass die Menschen muslimischen Glaubens in Seitenlage beerdigt werden, damit die Augen in Richtung Mekka weisen. Mekka kann aber nur in einer Richtung liegen.
Also machte ich einen Termin mit den Vorstehern der marokkanischen und der türkischen Moscheegemeinde. Schnell waren wir uns einig, dass wir eine Art Richtungsanzeiger brauchen, der den Weg nach Mekka weist, so dass sich die Gräber alle einheitlich ausrichten könnten. Nun musste ein Vorschlag für diesen Richtungsanzeiger her. Entwürfe wurden ausgetauscht. Ein Sponsor sollte gefunden werden (es ist der Bestattungshilfeverein Ukba), der 750 kg schwere Stein selbst wurde aus Pakistan importiert, eine Sure aus dem Koran wurde in Deutsch, arabisch und türkisch dort eingebrannt. Allein dafür waren drei Abstimmungstermine notwendig. Ein Standort musste gefunden werden, bevor diese Stele nun endlich aufgestellt, befestigt und eingeweiht werden konnte. Das hat gedauert.
Doch das Ergebnis ist sehr schön geworden. Ich freue mich, dass Ahe um dieses bildhauerische Werk bereichert worden ist. Mir ist das wichtig, weil auch diese Menschen ihre Heimat in Deutschland, in Bergheim und in Ahe haben. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gewährt Religionsfreiheit. Also soll sie auch in der Art gewährt werden, wie der Ritus der Beerdigung es wünscht. Mittlerweile haben sich auch in anderen Religionen die Beerdigungsriten und -formen vervielfältigt. Es ist zudem ein Zeichen, dass auch Menschen muslimischen Glaubens zu unserer Gesellschaft dazu gehören.
Nun ist diese Stele öffentlich eingeführt und eingeweiht worden. Die Vertreter der Moscheegemeinden waren sehr glücklich und dankbar. Denn eines sollte uns allen klar sein: Wichtiger als unsere unterschiedliche Herkunft bleibt unsere gemeinsame Zukunft.