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Demokratie fängt früh an – eine „politische“ Begegnung mit Kindern

26. Juni 2026

Der frühere britische Premierminister Winston Churchill soll gesagt haben, dass die Demokratie eine der schlechtesten Regierungsformen sei, aber er kenne auch keine bessere. Ein wesentliches Merkmal einer funktionierenden Demokratie ist es, Regierende abwählen zu können. Sie lebt aber auch vor allem vom Mitmachen und davon, als gewählte Amtsperson sichtbar und erlebbar zu sein. Und das kann gar nicht früh genug anfangen.

Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen erfolgen zufällig und spontan, so auf einem Spielplatz oder im Jugendtreff. Sie erfolgen im Rahmen von repräsentativen Terminen, so zum Beispiel bei der jährlichen Einschulungsfeier, oder sie werden bewusst herbeigeführt. Dies war der Fall, als mich die Kinder im KidsClub zum gemeinsamen Kochen mit anschließendem Essen einluden. Um ehrlich zu sein: Ich habe weder gekocht noch mich an den Essensvorbereitungen beteiligt, denn jedes der etwa 20 Grundschulkinder hatte die Gelegenheit, mir Fragen zu stellen. Davon haben alle reichlich Gebrauch gemacht.

Übrigens: das Thema, dass die Kinder am meisten bewegt hat, war der Müll, der überall rumliegt. Sie wollten von mir zum Beispiel wissen, warum das so sei und regten an, mehr Müllkörbe aufzustellen. Als ich ihnen dann erzählte, dass es in Ahe knapp 90 Müllkörbe gebe, davon allein 41 im Wohnpark in Ahe, waren sie erstaunt. Ich bat jedes Kind, stets Vorbild zu sein und den Müll in den Mülleimer zu werfen. Nur, wer vorbildhaft handele, werde auch andere überzeugen, es ihnen gleich zu machen.

Beeindruckend war im Übrigen auch die wunderbare Atmosphäre, denn die Kinder, die gefühlt aus 15 verschiedenen Kulturen der insgesamt 56 in Ahe vertretenden Nationalitäten kamen, war getragen von selbstverständlichem Respekt und harmonischer Normalität. Warum gelingt Erwachsenen nicht, was Kinder können – und im KidsClub lernen?

Die Erfahrung, mit dem Ortsbürgermeister zu sprechen und Fragen stellen zu können, die auch beantwortet werden, ist prägend für ein Verständnis von Demokratie. Dass solche Begegnungen nachhaltig wirken, habe ich auf einer Einschulungsfeier erfahren dürfen, als ein Vater auf mich zukam und mir mitteilte, dass ich schon bei seiner Einschulung die Kinder (also auch ihn) begrüßt habe. Dass er das noch in Erinnerung hatte, habe ich als Kompliment gewertet – auch wenn er mir indirekt mitteilte, dass ich älter geworden bin.

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