Auch Ahe altert nachhaltig – das wird Konsequenzen haben müssen
Auch wenn unser Stadtteil einen sehr hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen hat (26 Prozent der rund 4.000 Menschen) und die Menschen über 65 Jahre in Ahe noch relativ wenige sind (11 Prozent), so ist die Tendenz auch in Ahe klar: Wir werden nicht nur älter, sondern der Anteil der Älteren wird deutlich zunehmen. In den nächsten Jahren wechselt die Babyboomer-Generation (das sind die zwischen 1955 und 1969 Geborenen) in den Ruhestand. In Deutschland insgesamt gibt es mittlerweile mehr Menschen über 65 Jahre (rund 21 Prozent) als Menschen unter 18 Jahre (rund 16 Prozent).
Mit anderen Worten: auch wir in Ahe müssen uns in den nächsten Jahren auf eine ältere und vielleicht auch bewegungseingeschränktere Gesellschaft einrichten. Was heißt das? Wir müssen systematisch die öffentliche Infrastruktur auf Barrierefreiheit umrüsten. Wie müssen systematisch überlegen, wie zum Beispiel Menschen mit Handicaps, zum Beispiel Sehbehinderungen, in unserem Ort zurechtfinden können. Wir müssen dazu beitragen, dass wir alle möglichst lange möglichst fit bleiben.
Beispiel Ampel: Am 23. Mai 2023 fand in Ahe eine Begehung zum Thema Barrierefreiheit statt. Dabei machte ich darauf aufmerksam, dass die Ampel, obwohl taktile Felder blinde und sehbehinderte Menschen dorthin führen, keinen akustischen oder fühlbaren Bewegungsmelder hat, damit blinde oder sehbehinderte Menschen die Straße überqueren können. Das hat sich nun geändert. Denn an beiden Druckknöpfen befindet sich unten ein „Vibrationsmelder“, der taktil blinden bzw. sehbehinderten Menschen ein Zeichen gibt – der Knopf vibriert –, dass sie die Straße gefahrlos überqueren können. Das ist gut.
Allerdings reicht die Grünphase zeitlich nicht aus, um ältere Menschen mit ihrem Rollator sicher auf die andere Seite zu führen. Es wird wieder rot, wenn sie etwa die Hälfte der Straße überquert haben. Die Fachleute sagen zwar, dass die Autofahrenden erst dann wieder grün erhalten, wenn die Fußgänger sicher die Straße überquert hätten, aber die subjektive Sicherheit Älterer ist anders. Und wenn sie dann in der Mitte stehen, können sie nicht erneut das Signal bedienen. Hier muss sich – auch in den Köpfen vieler handelnder Akteur*innen – noch viel tun.
Beispiel Bewegung: Wir sitzen zu viel und bewegen uns zu wenig. In Ahe ist nun das zweite generationenübergreifende Sporttrimmgerät aufgestellt worden. Es befindet sich auf dem Grünstreifen am Ende der Straße „Am Kapellenkreuz“. Das erste befindet sich auf dem Grünstreifen bei der Grillhütte. Beide Geräte beschreiben, was man machen kann und wozu das gut ist. Meine Idee ist, in zehn Jahren einen Generationentrimmpfad in und um Ahe herum angelegt zu haben. Dazu sind die Flächen bereits identifiziert worden. Bisher sind die Geräte gesponsort worden. Weitere Sponsoren sind herzlich willkommen.
Das sind nur zwei von vielen Beispielen, die nun anstehen. Die Konsequenzen einer älter werdenden Gesellschaft werden keinen Lebensbereich unberührt lassen. So werden auch in dem neuen Baugebiet 39 barrierearme Wohnungen für älter werdende Menschen gebaut. Auch unsere Spielplätze möchte ich auf Dauer „umbauen“. Das ist bisher in Bergheim recht stiefmütterlich und wenig strategisch bedacht worden. Doch das wird eine Hauptaufgabe der nächsten Legislaturperiode in allen Stadtteilen sein.